1. Projekt
1.1. Projektbeschreibung
1.2. Zielgruppen
1.3. Bausteine
1.4. Struktur
1.5. Team
2. Angebote
2.1. Workshops
2.1.1. Workshop+Fachtagung mit Augusto Boal
2.1.2. Workshop+Fachtagung mit Keith Johnstone
2.1.3. Rückblick: Internationale Workshops im Juni 2002
2.2. Aktionstheater
2.3. Fortbildung
2.3.1. Fortbildungsreihe für MultiplikatorInnen in Zusammenarbeit mit dem
LISA
3. Terminübersicht
4. Hintergrund
4.1. Theater der Unterdrückten
4.1.1. Das Theater der Unterdrückten und seine Formen
4.1.2. Augusto Boal
4.2. Improvisationstheater
4.2.1. Neue Techniken des Improvisationstheaters
4.2.2. Keith Johnstone
4.3. Projekthintergrund
4.3.1. Prof. Bettina Brandi, Begrüßung und einführende Worte
zur DOMINO-Auftaktveranstaltung
4.3.2. Katharina Lammers, Projektvorstellung, Ansprache zur DOMINO-Auftaktveranstaltung
4.3.3. Reaktionen verschiedener Institutionen und Kooperationspartner auf DOMINO
4.3.4. Pressesstimmen
4.4. Literatur
5. Links
6. Kontakt
1. Projekt
1.1. Projektbeschreibung
DOMINO bietet LehrerInnen, SozialpädagogInnen, Studierenden und sonstigen InteressentInnen Fortbildungseinheiten zur Aneignung ausgewählter kultur- und theaterpädagogischer Methoden für die Arbeit mit Jugendlichen.
Im Rahmen von Workshops, Theateraktivitäten und Seminaren werden die Grundlagen emanzipatorischer Theaterarbeit vermittelt, die im Umgang mit jugendlichen Erlebniswelten im Bereich sozialer Konflikte, Gewalt und Rechtsextremismus eingesetzt werden können.
Diese Methoden lassen sich auch in der Arbeit mit Gruppen ohne Vorkenntnisse anwenden und ermöglichen eine ganz andere Form der Auseinandersetzung mit Themen wie Ausgrenzung, Rassismus und Zivilcourage.
Darüber hinaus unterstützt DOMINO die TeilnehmerInnen des Fortbildungsprogramms durch Beratung und berufliche Begleitung, die neu gelernten Methoden in ihrer praktischen Arbeit anzuwenden. Durch zusätzliche regelmäßige Veranstaltungen organisiert DOMINO Vernetzung und Austausch zwischen den neu entstehenden Theater- und Aktionsgruppen.
1.2. Zielgruppen
direkte Zielgruppe:
MultiplikatorInnen
PädagogInnen im schulischen und außerschulischen Bereich sowie sonstige
MultiplikatorInnen und Studierende, die ihr Methodenrepertoire in der Arbeit
und im alltäglichen Umgang mit Jugendlichen erweitern wollen.Die Fortbildungen
für LehrerInnen werden vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
anerkannt. Alle TeilnehmerInnen erhalten ein Zertifikat.
indirekte Zielgruppe:
Jugendliche
unterschiedlichste Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren:
aus Schulklassen aller Schultypen der Sekundarstufe I und II; Jugendfreizeitgruppen;
Jugendtheatergruppen; Gruppen benachteiligter Jugendlicher (MigrantInnen, Jugendliche
aus Erziehungshilfe, Jugendgerichtshilfe, Bewährungshilfe, Therapie);
sowie alle theaterinteressierten Jugendlichen, die sich spielerisch ausprobieren
wollen...
1.3. Bausteine
MultiplikatorInnenfortbildung
DOMINO veranstaltet theaterpädagogische Seminare und Fachtagungen, baut nationale und internationale Kontakte und Kooperationen auf und organisiert theaterpädagogische Workshops mit verschiedenen Schwerpunkten.
Praxisbegleitung
PädagogInnen werden in ihrer theaterpraktischen Arbeit mit Jugendlichen unterstützt. DOMINO bietet Beratung und berufliche Begleitung, u.a. mit Hilfe mobiler Teams zur Unterstützung der Arbeit vor Ort. DOMINO erstellt methodisch-didaktische Handreichungen. DOMINO fördert die regionale und überregionale Vernetzung theaterpädagogischer Initiativen zur politischen Bildung Jugendlicher.
Theaterlabor
Jugendliche und junge Erwachsene machen Theater auf Straßen, Plätzen, in Straßenbahnen, geben ihren Gefühlen, Ansichten und Einstellungen Ausdruck, provozieren die öffentliche Auseinandersetzung mit sozialen Fragen und erfahren die Möglichkeiten, durch Theater gesellschaftliche Realitäten zu bewegen und zu verändern. Dieser Experimentierraum, in dem Handlungsmöglichkeiten erfahren und erprobt werden können, ist ein "Theaterlabor" für Persönlichkeitstraining und gesellschaftliches Engagement. Die Theaterformen sind Forumtheater, Unsichtbares Theater, Zeitungstheater, Improvisationstheater und andere.
Lehre und Forschung
Das Projekt DOMINO ist an der Fachhochschule Merseburg im Lehrgebiet Theater- und Medienpädagogik (Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur) angesiedelt, wo es von Seminaren, Praxisprojekten und Praktika für Studierende sowie interdisziplinären Fachtagungen begleitet und unterstützt wird. Im Rahmen umfangreicher Dokumentationen und durch wissenschaftliche Begleitforschung werden die Fortbildungen und Theateraktivitäten ausgewertet
1.4. Struktur
Projektleitung:
Prof. Bettina Brandi
Katharina Lammers
Träger:
SozialKulturProjekte e.V.
gefördert durch
XENOS - Leben und Arbeiten in Vielfalt
Europäischer Sozialfonds
Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung
Ministerium für Arbeit, Frauen, Gesundheit und Soziales Sachsen-Anhalt
in Kooperation mit
Fachhochschule Merseburg
Thalia Theater Halle
Miteinander e.V.
Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen Anhalt e.V.
Landkreis Merseburg-Querfurt
Kreissparkasse Merseburg-Querfurt
Landesinstitut für Lehrerfortbildung, Lehrerweiterbildung und Unterrichtsforschung
Sachsen-Anhalt
Landesjugendamt Sachsen-Anhalt
Volkshochschule der Stadt Osnabrück
Bundesverband Theaterpädagogik e.V.
Regierungspräsidium Halle, Dezernat 35
Landeszentrale politische Bildung Sachsen-Anhalt
Landeszentrale "Spiel & Theater" Sachsen-Anhalt e.V.
Deutschen Angestellten-Akademie, Projekt IkaP
Gesellschaft der Freunde des Thalia Theaters e.V.
Friedenskreis Halle e.V.
1.5. Team
Prof. Bettina Brandi
Geschäftsführung
wissenschaftliche Projektleitung
Katharina Lammers
Geschäftsführung
künstlerisch-pädagogische Projektleitung
Kerstin Just
Geschäftsführung
Verwaltung
Till Baumann
Kultur- und Theaterpädagogik
Katrin Wolf
Kultur- und Theaterpädagogik
freie Mitarbeit
Anke Tornow
Dokumentation
Öffentlichkeitsarbeit
Birgit Kögler
Sachbearbeitung
Andrea Janssen
Praktikantin; mobiles Team
Dagny Daheim
mobiles Team
Peter Moltmann
mobiles Team
2. Angebote
2.1. Workshops
2.1.1. Workshops und Fachtagung mit Augusto Boal
16. - 20. Oktober 2002
Techniken des Theaters der Unterdrückten
Im Rahmen der zweiten internationalen Fortbildungseinheit von DOMINO wird Augusto
Boal Entstehung und Anwendung seiner Methoden in Theorie und Praxis erläutern.
Die Fachtagung wird sich mit der Entwicklung, den Absichten und Anwendungsmöglichkeiten
des Theaters der Unterdrückten und angrenzenden interdisziplinären
Thematiken beschäftigen, während es innerhalb der Workshops um das
konkrete Kennenlernen und Anwenden der aktuellen Methoden geht. Mit diesen theaterpädagogischen
Methoden lassen sich zum Beispiel Konflikte innerhalb einer Gruppe (prospektive
Techniken), zwischen zwei und mehreren Personen oder auch Konflikte innerhalb
einer einzelnen Person (introspektive Techniken) untersuchen und festgefahrene
Situationen verändern. Dabei fließen bekannte Methoden von Boal wie
das Statuen- oder Bildertheater, das Forumtheater u.a. in die Arbeit mit ein.
Nach dem Motto "Lachen öffnet nicht nur die Lippen" gelingt es
Boal auch bei schwierigsten Themen eine lustvolle Atmosphäre zu schaffen,
in der der Spaß und das Lachen über sich selbst und die Welt im Ganzen
im Vordergrund stehen.
2.1.2. Workshop+Fachtagung mit Keith Johnstone
2.1.3. Rückblick: Internationale Workshops im Juni 2002
2.2. Aktionstheater
Die Aktionstheatergruppe besteht aus rund 20 Jugendlichen und jungen Erwachsenen
und versteht sich als mobiles Theaterteam in Begleitung des Projektes "DOMINO
- Zivilcourage im Rampenlicht".
Nach Methoden des Theaters der Unterdrückten (z.B. Forumtheater, Zeitungstheater,
Unsichtbares Theater) und des Improvisationstheaters entwickelt sie Szenen und
Performances für den öffentlichen Raum und zur Mobilisierung und Sensibilisierung
der Öffentlichkeit.
Themenschwerpunkte:
Zivilcourage, Umgang mit Gewalt, Rassismus und Unterdrückung, Demokratie
leben und gestalten.
Ort Halle, Reilstrasse 78
Zeit Dienstag , 19.30 Uhr
Kontakt Katharina Lammers
Till Baumann
2.3. Fortbildung
2.3.1. Fortbildungsreihe für MultiplikatorInnen in Zusammenarbeit mit dem
LISA
2.4. Terminübersicht
3. Aktuell
4. Hintergrund
4.1. Theater der Unterdrückten
4.1.1. Das Theater der Unterdrückten und seine Formen
Das Theater der Unterdrückten besteht aus einer Vielzahl von Spielen, Übungen und Techniken, mit deren Hilfe die Mitwirkenden ihre Lebensrealitäten in Szene setzen und gemeinsam mit dem Publikum erste Schritte zur Veränderung proben. Als Begründer des Theaters der Unterdrückten gilt der brasilianische Theatermacher Augusto Boal, der in den 60er und 70er Jahren unter der Erfahrung lateinamerikanischer Diktaturen mit der Entwicklung neuer Formen politischen Theaters begann. Eng verbunden mit Paulo Freires "Pädagogik der Unterdrückten", stellt das Theater der Unterdrückten gesellschaftliche Realitäten in Frage und regt zur Probe ihrer Veränderung an.
So zum Beispiel beim Forumtheater, in dem Teilnehmende ihre Situationen von Unterdrückung in Szene setzen und hieraus Performances entwickeln, die im öffentlichen Raum aufgeführt werden. In der Regel geht es um eine Person, die sich mit ihren Interessen nicht durchsetzen kann und von ihren MitspielerInnen unterdrückt wird. Der Joker, eine Art Vermittler zwischen Publikum und Bühne, motiviert das Publikum, sich direkt in die Szene einzumischen und Lösungsvorschläge anzubieten. Nacheinander kommen die ZuschauerInnen nun auf die Bühne und zeigen spielerisch Handlungsalternativen.
Bildertheater ermöglicht die Kommunikation über Körper-Bilder, indem z.B. die unbefriedigende Realität in selbstgemachten Bildern sichtbar gemacht und reflektiert wird (Realbild) und über das veränderte Bild (Idealbild) nach dem Bild der Veränderung (Übergangsbild) gesucht wird.
Unsichtbares Theater provoziert die Auseinandersetzung mit Themen im öffentlichen Raum und regt zum Einmischen an - wobei die meisten AkteurInnen nicht wissen, dass sie sich in einer Theaterhandlung mit offenem Ausgang bewegen.
Die Basis des Zeitungstheaters sind alltägliche Zeitungsmeldungen, die jedoch auf ganz ungewohnte Weise im öffentlichen Raum inszeniert werden und so zum kritischen Nachdenken und Nachfragen anregen.
Eine neuere Entwicklung des Theaters der Unterdrückten sind die "introspektiven Techniken" des Regenbogens der Wünsche, in denen nicht nur gesellschaftliche, sondern auch psychische Prozesse zum Thema von Theaterarbeit werden.
Das Legislative Theater als jüngste Weiterentwicklung des Theaters der Unterdrückten in Rio de Janeiro ist ein Ansatz, der weitergeht als alle bisherigen Techniken des Theaters der Unterdrückten und in dem Forumtheater zur Basis neuer Formen partizipativer Politik und direkter Demokratie wird.
4.1.2. Augusto Boal, Brasilien
entwickelte als Leiter des Teatro de Arena in Sao Paulo in den 50er und 60er
Jahren erste Ansätze zum Theater der Unterdrückten. Diese Aktivitäten
führten unter der brasilianischen Militärdiktatur zu dreimonatigem
Gefängnisaufenthalt mit Folterungen und anschließender Emigration
nach Argentinien, Portugal und Frankreich. Im Pariser Exil gründete er
das erste Zentrum des Theaters der Unterdrückten (1979) und nach seiner
Rückkehr in seine Heimatstadt Rio de Janeiro 1986 das CTO-Rio, das Centro
de Teatro do Oprimido. 1993 bis 1996 war er Stadtverordneter der linken Arbeiterpartei
(PT) und entwickelte gemeinsam mit anderen im Zuge dieser konkreten politischen
Arbeit das Legislative Theater.
4.2. Improvisationstheater
4.2.1. Neue Techniken des Improvisationstheaters
Neue Techniken des Improvisationstheaters haben in den letzten Jahren in Deutschland
immer mehr an Popularität gewonnen.
Mehr und mehr freie Gruppen schießen aus dem Boden, geben sich ungewöhnliche
Namen (wie "Ruhrknall", "Tatwort" und "Kaltstart")
und setzen auf eine aufregende Mischung aus Spontaneität, Improvisationsgeist
und Wettbewerb, die insbesondere im Theatersport zur Geltung kommt.
Hierbei handelt es sich um eine Theaterform, bei der die SchauspielerInnen auf
der Bühne auf Stichworte des Publikums hin improvisieren müssen und
dabei miteinander konkurrieren.
Der Begründer des Theatersports, Keith Johnstone, berichtet, dass ihn die
schwergewichtige Kampfsportart Wrestling auf die Idee des Theatersports brachte.
"Man könnte natürlich sagen, Theatersport ist nichts für Intellektuelle, nichts für große, von Regiekonzepten erleuchtete Staatstheatermimen. Sollte es aber sein! Als Keith Johnstone diese Form von Sports play Ende der 50er Jahre in London entwickelte, da ging es ihm um die Wiederentdeckung des verschütteten kindlichen Denkens, um die Ausschaltung des sperrigen Intellekts, der den Schmarrn einfach nicht zulassen will. Theatersport ist auch eine Therapie. In den USA und Schweden wurde Theatersport bereits als psychotherapeutische Behandlung von Neurotikern eingesetzt" (Moritz Rinke in "Theater heute").
Inzwischen hat Keith Johnstone neue Formen des Improvisationstheaters entwickelt wie Gorilla Theatre, Micetro Impro und The Life Game, die vor allem im angelsächsischen Raum praktiziert werden. Doch auch für die Arbeit mit Gruppen, die Johnstones Impro-Techniken nicht in öffentlichen Aufführungen einsetzen, bilden die Improvisationsübungen und -spiele eine Fundgrube für kreative Theaterpraxis.
4.2.2. Keith Johnstone
wurde 1933 in Grossbritannien geboren.
Von 1956 bis 1966 arbeitete er am Londoner Royal Court Theatre, wo er die Autorenwerkstatt
leitete, der Dramatiker wie John Arden, Edward Bond und Arnold Wesker angehörten.
1971 verließ er Europa und lebt seitdem im kanadischen Calgary, wo er
an der staatlichen Schauspielschule unterrichtet.
Er gründete die Improvisationstheatergruppe Theatre Machine in London,
das Internationale Theatersport-Institut und das Loose Moose Theatre in Calgary.
4.3. Projekthintergrund
4.3.1. Prof. Bettina Brandi, Begrüßung und einführende Worte
zur DOMINO-Auftaktveranstaltung
4.3.2. Katharina Lammers, Projektvorstellung, Ansprache zur DOMINO-Auftaktveranstaltung
4.3.3. Reaktionen verschiedener Institutionen und Kooperationspartner auf DOMINO
4.3.4. Pressesstimmen
4.4. Literatur
5. Links
Kontakt
DOMINO
SozialKulturProjekte e.V.
post@domino-x.de
Postanschrift
FH Merseburg FB 6
Geusaer Str. 88
06217 Merseburg
Tel + Fax
+49(0)3461 / 46 22 27
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